Erfolge im Jahr 2005
1. Halbjahr und 2. Halbjahr
Die Steuerzahler in Schleswig-Holstein atmen auf: Der neue Landtag in Kiel hat 20 Abgeordnete weniger als in der letzten Legislaturperiode. Zum einen hatten die Abgeordneten vor der Wahl auf Druck des Bundes der Steuerzahler beschlossen, die Zahl der Mandate von 75 auf 69 zu reduzieren. Zum anderen ist es weder zu Überhang- noch zu Ausgleichsmandaten gekommen. Ersten Berechnungen der Landtagsverwaltung zufolge führt die Reduzierung zu Einsparungen von rd. 1,44 Mio. Euro jährlich an Diäten, Aufwandsentschädigungen und Fahrtkosten. Nach unserer Auffassung reichen auch 50 Landtagsabgeordnete für ein so kleines Land wie Schleswig-Holstein aus. Die Verkleinerung des Parlaments ist aber ein erster großer Schritt in die richtige Richtung.
Zusammenlegung der Finanzämter wird noch einmal überprüft
Innovativ und effizient sollte sie sein: Die Neuordnung der Finanzämter in Schleswig-Holstein. Aber was am Ende dabei herausgekommen ist, konnte wirklich nicht überzeugen. An mehreren Stellen sollten bestehende landeseigene Gebäude leerfallen, um an anderer Stelle neu zu bauen. Der Bund der Steuerzahler hatte vorgerechnet, dass dieses zu Mehrkosten führt. Die Reform der Finanzämter hätte am Ende den Steuerzahler mehr gekostet als vor der Reform. Der neue Finanzminister von Schleswig-Holstein, Rainer Wiegard, hat als eine der ersten Maßnahmen auf die Kritik des Bundes der Steuerzahler reagiert. Der unsinnige Neubau bei vorhandenen Gebäuden wurde sofort gestoppt. Jetzt soll die ganze Reform noch einmal nachgerechnet werden, damit es am Ende für den Steuerzahler wirklich billiger wird.
Endlich Wahrheit und Klarheit im Haushaltsentwurf
Wir hatten es schon bei der Aufstellung kritisiert: Der Landeshaushalt für 2005 ist nicht das Papier wert, auf dem er steht. Mit Buchungstricks und Scheineinnahmen, die nie realisiert werden können, hatte die alte Landesregierung die Netto-Neuverschuldung künstlich auf 550 Mio. Euro heruntergerechnet. Der Kassensturz zum Regierungswechsel bringt es an den Tag: Tatsächlich beträgt die Deckungslücke 1,7 Mrd. Euro! Dieses hatten wir schon im Herbst vergangenen Jahres prognostiziert. Der Nachtragshaushalt und auch die künftigen Landeshaushalte sollen solche Luftnummern nicht mehr enthalten. Ab sofort wird es bei den Landeshaushalten von Schleswig-Holstein keine „globalen Minderausgaben“ und „globalen Mehreinnahmen“ mehr geben. Stattdessen wird sogar eine Reserve einkalkuliert für den Fall, dass Steuerschätzungen nach unten korrigiert werden müssen.
Keine Tabubereiche mehr bei Sparmaßnahmen
Die neue große Koalition in Schleswig-Holstein setzt eine langjährige Forderung des Bundes der Steuerzahler um: Bei den notwendigen Einsparungen für den Landeshaushalt gibt es keine Tabubereiche mehr! In der Vergangenheit wurden Bildung, Polizei, Hochschulen und zum Teil auch der Umweltbereich von jeglichen Sparmaßnahmen von vornherein ausgeschlossen. Das gibt es jetzt nicht mehr. Jeder Teil der Landesverwaltung muss seinen Einsparbeitrag leisten. Und siehe da: Schon bei der ersten Sparrunde haben sich erhebliche Einsparpotenziale ergeben. Jetzt müssen wir dranbleiben, damit die Möglichkeiten auch wirklich genutzt werden.
Gemeinsame Beschaffungen für die Polizei
Immer wieder haben wir die Landesregierung aufgefordert, mit den benachbarten Bundesländern enger zusammenzuarbeiten – vor allem bei der Polizei sehen wir große Einsparpotenziale. Jetzt endlich wird das Beschaffungswesen der Polizei von Schleswig-Holstein, Hamburg und Niedersachsen zusammengefasst. Die fünf Kleiderkammern in Schleswig-Holstein werden abgeschafft. Stattdessen werden die Polizeibeamten von dem Logistikzentrum in Niedersachsen per Postversand beliefert. Damit können nach den vorliegenden Berechnungen nicht nur 400.000 Euro jährlich eingespart werden, sondern auch der Service für die Polizeibeamten durch eine umfassende Lagerhaltung und schnelle Lieferung wird deutlich verbessert.
Gebäudemanagement in Lübeck
Noch im Frühjahr 2002 mussten wir feststellen, dass in der Hansestadt Lübeck städtische Häuser leer stehen, während andere Liegenschaften teuer angemietet werden. Jedes Amt agierte für sich allein, niemand hatte den Überblick. Unsere Forderung nach einem zentralen Gebäudemanagement wurde zu Jahresbeginn umgesetzt. Rund 400 städtische Gebäude werden künftig von der Gebäude- und Energiemanagement Hansestadt Lübeck verwaltet. Hierbei geht es immerhin um Kosten von rund 60 Mio. Euro jährlich inklusive Reinigung und Bauunterhaltung. Wir sehen ein Einsparpotenzial von bis zu 10 Prozent.
Zentrales Beteiligungsmanagement in Kiel
An 16 Gesellschaften und Unternehmen ist die Landeshauptstadt Kiel beteiligt – inkl. Haftungsrisiko bei wirtschaftlichen Verlusten. Nötig ist eine professionelle Steuerung der Beteiligungen, und genau diese langjährige Forderung setzt Kiel jetzt um. Seit dem 1. Januar 2005 liegt die Steuerung der Unternehmensbeteiligungen beim zentralen Beteiligungsmanagement der Stadt.
Reform der Amtsgerichte wird neu überlegt
In Schleswig-Holstein sollten 7 von 27 Amtsgerichten geschlossen werden. Größer gleich besser und billiger war die einfache Formel. Wir haben nachgeforscht und he-rausgefunden, dass mit der Reform der Amtsgerichte keine Kostenreduzierung verbunden wäre, vielmehr würde es nach der Reform sogar teurer als zuvor. Daraufhin hat Justizminister Uwe Döring die Reform zurückgezogen und will sie jetzt noch einmal überarbeiten.
Diätenreform kommt in Schwung
Nach der peinlichen Bauchlandung von 2003, als der Bund der Steuerzahler eine schamlose Erhöhung der Diäten verhinderte, trauten sich die Landtagsabgeordneten in Schleswig-Holstein nicht mehr an dieses Thema heran. Dabei ist eine Reform ü-berfällig: Die gezahlten Funktionszulagen sind verfassungswidrig. Die beamtenähnli-che Altersversorgung und die steuerfreie Aufwandspauschale sind überholt. Wir ha-ben in einem Pressegespräch auf die dringende Notwendigkeit hingewiesen, jetzt endlich etwas zu unternehmen. Der Landtagspräsident hat auf unseren Druck rea-giert und erarbeitet mit den Fraktionen neue Vorschläge für eine grundlegende Re-form. Wir werden darauf achten, dass sich die Abzocker dabei nicht durchsetzen.
Familienkassen werden Beine gemacht
Unhaltbare Zustände in Schleswig-Holstein: Kindergeldberechtigte mussten bis zu sechs Monate auf die Bearbeitung ihrer Anträge warten. Grund war eine gründlich schief gegangene Umstrukturierung bei den Familienkassen der Arbeitsämter. Nach-dem wir öffentlich auf die Missstände hingewiesen hatten, hat sich jetzt sogar der Ministerpräsident persönlich eingeschaltet. Durch eine bessere Personalausstattung und neue Computerprogramme soll der Bearbeitungsrückstand zügig abgebaut wer-den. Wir achten darauf, dass den Ankündigungen jetzt auch Taten folgen.

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